Mittwoch, 1. August 2012

Rezension: Tereza Vanek - Das Geheimnis der Jaderinge


Ein tolles und mitreißendes Buch


gebunden
Verlag: bookspot Verlag
Seiten: 656
ISBN: 978-3937357539
Preis: 16,95 €
Erhältlich u.a. bei Amazon: http://amzn.to/MyfenZ

Zum Inhalt: Die Geschichte beginnt in Hamburg im Jahr 1880. Zunächst lernt der Leser Viktoria, die Hauptfigur, kennen und erfährt so einiges über ihr sehr wohlhabendes Leben in Hamburg. Der plötzliche Selbstmord ihres Vaters und die erschreckende Mitteilung, dass ihre Familie pleite ist, trifft Viktoria hart. Nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter verlässt Viktoria ihr Zuhause und lässt alles hinter sich.
Das Schicksal verschlägt sie nach China, genauer gesagt nach Shanghai. Dort erhält sie eine Anstellung als Gesellschafterin bei Margaret Huntingon, eine sympathische Frau, die Viktoria über die anfänglichen Schwierigkeiten hinweg hilft. Viktoria muss sich nun mit ihrem neuen Leben arrangiert. Jedoch hält das Schicksal noch weitere Überraschungen für Viktoria bereit. Ihr Weg führt sie weiter nach Peking, wo sie Freunde findet und vieles über die chinesische Geschichte lernt. Dort lernt sie auch Jinzi kennen, mit dem sie eine aufregendes und mitreisendes Abenteuer erlebt…

Meine Meinung: Zunächst möchte ich erst mal den Schreibstil der Autorin loben. Die Geschichte ist flüssig und verständlich geschrieben, was in meinen Augen immer ein großer Pluspunkt für ein Buch ist. Ich konnte mich daher wirklich sehr gut in die Geschichte hinein versetzen. Man hat das Gefühl, man ist wirklich in Shanghai. Man hat die Gerüche in der Nase und hört den Lärm um sich herum. Was mir auch gut gefallen hat, ist, dass der Leser nicht mit zu viel historischen Informationen überschütten wurde. Viele Dinge wurde so toll in den Verlauf der Geschichte eingearbeitet, dass man die Information wohlwollend zur Kenntnis genommen hat, ohne irgendwie aus der Geschichte herausgerissen zu werden.
Was mir bei dem Buch auch sehr gut gefallen hat, ist, dass nicht alles Fiktion ist, z.B. kommt Max von Brandt in der Geschichte vor. Ein Mann, den es wirklich gegeben hat und wenn man sich im Internet schlau macht auch wirklich in Peking und Shanghai verkehrt hat. Die Autorin lässt Max von Brandt so toll in die Geschichte einfließen, dass man den Übergang von Realität und Fiktion garnicht merkt. So was gefällt mir richtig gut. Der größte historische Teil in dem Buch ist wohl die Erzählung rund um die Taiping. Ich muss ehrlich sein, ich habe mich vor diesem Buch nicht wirklich mit dem Land China und dessen Geschichte beschäftigt. Nachdem ich jedoch den Abschnitt über die Taiping gelesen hatte, war meine Interesse geweckt. Ich finde es wirklich toll, wenn ein Roman es schafft, den Leser zu animieren, weiter zu forschen und sich mit bestimmten Themen zu befassen. Ich bin ehrlich, bei mir hat das vorher noch kein Buch geschafft.
Man lernt auch viel über das Leben im 19. Jahrhundert in China, besonders über das Verhältnis zwischen Männer und Frauen. Während in Europa schon einiges nicht mehr so streng gehandhabt wurde, waren die Chinesen von solch einer Entwicklung noch sehr weit entfernt.
Die Geschichte selbst ist wirklich spannend und fesselnd. Man möchte das Buch garnicht mehr aus der Hand legen. Man fühlt mit den Charakteren mit, bangt und hofft mit ihnen. Bei Viktorias Entwicklung von einem verwöhnten reichen Mädchen zu einer selbstbewussten, starken Frau ist man direkt dabei. Man spürt fast selbst ihre Empfindungen und Gedanken. Jedes Mal, wenn ich das Buch aus der Hand gelegt hatte, bin ich aus einer anderen Welt wieder in das hier und jetzt aufgetaucht, was manchmal ein wenig gedauert hat, weil die Geschichte mich nicht loslassen wollte.

Fazit: Ein wirklich tolles Buch, das einem die Geschichte Chinas näher bringt und den Leser dazu bringt auch mal über den Buchrand hinaus sich mit einem Thema zu beschäftigen. Und das Alles ist in einer tollen und spannenden Geschichte verpackt – ein absolutes Muss für jeden Bücherfreund!

Bewertung:

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