Samstag, 4. August 2012

Rezension: Christoph Marzi (Hrsg.) - Stop!


Ein Buch, das mich überrascht hat


Taschenbuch
Verlag: UlrichBurgerVerlag
Seiten: 349
ISBN: 978-3943378030
Preis: 11,00 €
Erhältlich u.a. bei Amazon (wird vom Verlag direkt angeboten):
 
Zum Inhalt: In der Nacht zum 21. März 2010 öffnete sich auf Island eine neue Eruptionsspalte, aus der Lavafontänen und Lavaströme gefördert wurden. Sie wurde dem Vulkan Eyjafjallajökull zugerechnet. In den folgenden Wochen öffneten sich weitere Spalten und Risse. Die Rauchwolke, die entstand, zog über ganz Europa. Es kam teilweise zu Flugverboten. Am 16. April schließlich wurde die Flugverbotszone über Deutschland und Mitteleuropa ausgedehnt. Auf den Flughäfen begann das Leben stillzustehen. Unzählige Reisende mussten im Augenblick verharren. Dies ist ihre Geschichte ... (Umschlagtext)
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Anthologie, die Christoph Marzi zusammen mit seiner Schreibgruppe herausgebracht hat. Die jungen Autoren zwischen 16 und 20 Jahren haben in diesem Buch acht Kurzgeschichte veröffentlicht, die alle mit den damaligen Flugausfällen am Frankfurter Flughafen verknüpft sind. 

Meine Meinung: Ich gebe zu, dass ich, als ich das Buch angefangen hatte, keine hohen Erwartungen an die Autoren hatte, da ich wusste dass sie noch sehr jung sind und dass es für manche die erste Veröffentlichung war. Nach den ersten drei Geschichten muss ich meine Meinung jedoch stark revidieren - und zwar nach oben!! Die Geschichten sind wirklich toll geschrieben. Und jede ist anders, man hat nie das Gefühl, das sich irgendwas wiederholt. Jede Geschichte spiegelt ein Schicksal eines Menschen wieder, dass mit den Flugausfälle 2010 in irgendeiner Weise verbunden ist. Und die Schicksale können wirklich nicht unterschiedlicher sein. Bei manchen Geschichten denk mal zwar zu Beginn, was das mit den Flugausfällen zu tun hat, aber zum Schluss endet doch jede Geschichte am Frankfurter Flughafen. Daher kann ich auch beruhigen: Es spielen nicht alle Geschichten nur am Flughafen. Viele enden auch nur dort. Man brauch also keine Angst haben, dass es zu eintönig wird.
Ich muss auch sagen, dass es ein paar Geschichten in dem Buch gibt, die mich als Vielleser doch sehr zum Nachdenken angeregt haben. Besonders die Geschichte von Lisa Altmeyer hat es mir angetan. Als ich mit der Geschichte fertig war, habe ich doch noch lange da gesessen und über die Geschichte nachgedacht. Und das schaffen nicht viele Autoren. Viele der Kurzgeschichten haben auch ein "offenes" Ende, die den Leser dazu animieren, sich Gedanken zu machen, wie die Geschichte wohl weitergeht. Dies finde ich garnicht mal schlecht, weil man dann einfach länger darüber nachdenkt und die Geschichte so auch länger im Kopf bleibt.
Christoph Marzi hat leider "nur" das Nachwort geschrieben. Aber irgendwie kann ich das auch verstehen. In diesem Buch soll nicht er, sondern seine Schreibgruppe im Vordergrund stehen. 

Fazit: Ein sehr gelungenes Buch über ein doch nicht alltägliches Ereignis, mit Kurzgeschichten von jungen Autoren, die auch zum Nachdenken anregen und dem Leser die Chance geben, die Geschichten alle noch ein wenig weiter zu spinnen. Ein wirklicher Geheimtipp!!

Zum Schluss möchte ich noch dem UlrichBurgerVerlag danken, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Bewertung:
 
(4 von 5 Sterne)

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