Donnerstag, 2. August 2012

Rezension: Sharon Krum - Das Ding mit Jane Spring

Idee gut, Umsetzung naja



Taschenbuch
Verlag: btb Verlag (TB) 
Seiten: 378
ISBN: 978-3442735853
nur noch gebraucht erhältlich - u.a. bei Amazon: http://amzn.to/Rcj1wn 

Das Buch ist meiner Meinung nach nicht schlecht. Die Idee ist an sich ganz gut, jedoch ist die Umsetzung in meinen Augen etwas daneben gegangen. Es geht um Jane Spring, Staatsanwältin und knallhart. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und noch weniger Rücksicht auf die Gefühle anderer. In ihren Augen ist kein Mensch gut genug, der nicht wie sie auf einer Militärbasis groß geworden ist und die entsprechende Erziehung genossen hat. Aufgrund ihrer direkten Art macht sie sich in ihrem Umfeld nicht wirklich Freunde. Trotzdem wundert sie sich, dass sie keinen Mann abkriegt und fragt sich, was Männer von einer Frau eigentlich erwarten. Und hier ist für mich der erste Haken: Wenn ich eine intelligente und erfolgreiche Frau bin, muss mir doch klar sein, dass mir mit einem Verhalten wie bei der Bundeswehr nicht gerade die Männerherzen zufliegen. Außerdem hat Jane Spring wirklich keine Ahnung was Männer wollen, was in meinem Augen im 21. Jahrhundert nun wirklich sehr unwahrscheinlich ist. In jeder Zeitung, im Fernsehen oder im Internet gibt es so viel Beziehungstipps, dass das an einem Menschen nicht spurlos vorüber gehen kann.
Der zweite Haken folgt direkt auf den Fuß: An einem verschneiten Wochenende schaut Jane Spring einen Doris-Day-Film nach dem anderen und begreift, dass das genau der Typ Frau ist, den Männer wollen. Und sie "verwandelt" sich in Doris Day: sie zieht rosa Kostüme an (vorher trug sie nur schwarze Hosenanzüge), verändert ihr Appartement und ihr Stimme und ist fortan zu jedem nett - so wie Doris Day. Und hier ist der Knackpunkt: eine selbstbewusste Frau, wie Jane Spring es ist, verändert sich in meinen Augen nicht von einem auf den anderen Tag in einem anderen Menschen. Das ist irgendwie unrealistisch. Wenn sie eine schüchterne, an sich selbst zweifelnde Frau wäre, würde die Geschichte eher passen.
Auch fehlt der Geschichte ein wenig an Pepp. Sie plätschert so vor sich hin, schafft es aber wenigstens auf den letzten 50-100 Seiten den Leser ein wenig zu fesseln.

Mein Fazit: Ein Buch, das man lese kann, aber nicht muss. Da der Schreibstil der Autorin ganz okay ist und die Geschichte in ihren Grundsetzen nicht verkehrt ist, gebe ich diesem Buch 3 Sterne.

Bewertung:

 
(3 von 5 Sterne)

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