Sonntag, 30. Dezember 2012

Rezension: Annika Reich - 34 Meter über dem Meer

Tiefgründige Gedanken über das Leben



gebunden
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & CO. KG
Seiten: 272
ISBN: 978-3446238633
Preis: 18,90 €
Erhältlich u.a. bei Amazon: http://amzn.to/TanwVe


Zum Inhalt:
Ellas Leben ist nicht gerade einfach. Sie hatte eine verkorkste Kindheit, redet kaum noch mit ihrer Mutter und das Verhältnis mit ihrer Schwester ist auch nicht das Beste. Das sind u.a. die Gründe, warum sich Ella ein besseres Leben wünscht und träumt sich immer und immer wieder in ihre eigene Welt. Daher kommt es Ella auch nicht ungelegen, als sie plötzlich die Annonce eines älteren Herrn an einem Ampelmast entdeckt, der seine Wohnung zum Tausch anbietet. Und bevor Ella noch lang überlegen kann, steht sie schon in der Wohnung des älteren Herrn namens Horowitz. Beide sind sich auf Anhieb sympathisch und so fackeln sie nicht lange und tauschen die Wohnungen. Doch für beide ist es viel mehr: Sie versuchen ihr jeweiliges Leben aus den normalen Bahnen zu lenken, um herauszubekommen was sie sich wirklich wünschen...  


Meine Meinung:
Für mich gehört dieses Buch definitiv nicht zur "leichten Kost". Der Schreibstil ist tiefgründig, teilweise schon philosophisch und man kann dieses Buch nicht einfach so zwischendurch lesen. Auch ist es kein Buch, dass einem irgendwie Spaß und Freude vermittelt, sondern tiefgründig über das Leben zweier Menschen erzählt und man merkt schnell, dass die Hauptcharaktere Ella und Horowitz mit ihren Leben nicht wirklich zufrieden sind und beide versuchen das Problem auf ihre Art zu lösen: 
Ella versucht ihre Vergangenheit, insbesondere ihre Kindheit, sich so "zurecht zu wünschen", bis sie so ist, wie Ella sich das ganze wünscht. Auch ihr Leben in der Gegenwart bleibt von ihren Träumen nicht verschont. Oft sitzt sie abwesend irgendwo und verbleibt für längere Zeit in ihren Träumen bis sie irgendwann wieder daraus auftaucht. 
Horowitz läuft meiner Meinung nach irgendwie vor seinem Leben weg, weil er sich viele Dinge, die in seinem Leben passiert sind (oder nicht passiert), nicht eingestehen will und versucht mit Hilfe des Wohnungstausches zur Ruhe zu kommen und sein Leben zu ordnen. 

Mit dem Ende des Buches war ich nicht ganz einverstanden. Es ist einfach zu abrupt und es bleiben meiner Meinung nach, noch zu viele Fragen offen. Vielleicht kommt ja irgendwann noch ein zweiter Band heraus, der die noch offenen Fragen beantwortet oder aber die Autorin hat den Leser mit Absicht so zurückgelassen, damit er sich selbst ein paar Gedanken machen kann. An sich habe ich gegen sowas auch nichts einzuwenden, jedoch wären mir weniger offene Fragen lieber gewesen.

Ich gebe ehrlich zu, dass ich wohl nicht alles verstanden habe, was das Buch dem Leser übermitteln will. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich nicht ganz auf das Buch einlassen konnte, da der Funke nicht wirklich überspringen wollte. Vielleicht hängt es auch mit der Thematik zusammen, mit der ich nicht ganz warm geworden bin. Klar, denkt jeder mal über sein Leben nach, aber doch selten so tiefgründig. Ich selbst habe mich noch nie so mit meinem Leben auseinander gesetzt und werde es wohl nie tun, da es einfach nicht meine Art ist. Ich bin zwar mit meinem Leben auch nicht immer zufrieden, aber ich würde mich z.B. nie so wie Ella in eine Traumwelt flüchten. Natürlich kann es sein, dass ich irgendwann rückblickend einiges anderes in meinem Leben gemacht hätte, so wie Horowitz, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass mich das dann so aus der Bahn werfen würde. Ich gehe mal davon aus, dass meine Einstellung zum Leben wohl auch (leider) dazu beigetragen hat, dass die Geschichte wohl nicht wirklich etwas für mich ist.

Mein Fazit: Alle, die den Sinn des Lebens suchen oder in ihrem Leben noch nicht angekommen sind, kann ich dieses Buch empfehlen.

Bewertung:
 
(3 1/2 von 5 Sterne) 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen