Montag, 14. Januar 2013

Rezension: Thomas Thiemeyer - Das verbotene Eden. David und Juna

Ein wirklich guter Auftakt zu einer Trilogie


gebunden
Verlag: PAN
Seiten: 464
ISBN: 978-3426283608
Preis: 16,99 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: 12-15
Erhältlich u.a. bei Amazon: http://amzn.to/Xsdlyr

Zum Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2080. Vor 65 Jahren hörte die Welt, wie wir sie kennen, aufgrund eines Virus auf zu existieren. Männer und Frauen begannen sich zu hassen und zu bekriegen. Im Jahr 2080 wird es keinen Strom und keine technischen Geräte mehr geben und zwischen den Männern und Frauen gibt es nur einen sehr labilen Frieden. Die Frauen leben in ihrer eigenen, neu errichteten Stadt und bauen ihre Nahrungsmittel selbst an - wie vor Hunderten von Jahren. Die Männer jedoch leben in den Ruinen der verfallenen Städten und haben gegenüber den Frauen den Vorteil, dass sie Autos sowie richtige Waffen zur Verfügung haben - wenn auch nur begrenzt. Zwischen den Männer und Frauen gibt es ein Abkommen, das jedoch von den Männern mit Füßen getreten wird. Juna, eine mutige Kriegerin, versucht mit Hilfe ihrer Kameradinnen, diesem Treiben ein Ende zu setzen, auch um einen Krieg zu verhindern. Denn auch auf Seiten der Frauen steigt die Wut auf die Männer immer mehr und der Wunsch nach Vergeltung wird immer lauter. In diesen Chaos lernen sich Juna und David unter ganz und gar schlechten Voraussetzungen kennen. Und auch wenn sie wissen, dass sie sich hassen müssten, empfinden sie so ganz anders für einander...

Meine Meinung:
Zu Beginn des Buches konnte mich die Geschichte nicht wirklich mitreisen, da auf den ersten 200 Seiten erstmal einiges erklärt wird: Wie es zu dem Krieg kam, wie die Männer und Frauen leben oder wie ihr Verhältnis zu einander ist. Der Autor hat zwar versucht, dass ganze Drumherum in die Geschichte einzubauen, jedoch war es für mich zu viel Erklären und zu wenig Geschichte. Für mich begann das Buch erst richtig als David und Juna sich kennengelernt haben. Da wurde die Geschichte für mich so richtig interessant. Ab diesem Zeitpunkt fiel es mir dann doch ziemlich schwer, dass Buch zur Seite zu legen, da ich immer wieder wissen wollte wie es weitergeht. Zum Schluss hin wurde das immer schlimmer - die Spannung stieg ins Unermessliche. Ich hoffe jetzt natürlich, dass die anderen Bände mir direkt von Anfang an so gut gefallen, da man dort ja nicht mehr so viel erklären muss (man weiß ja nach dem ersten Band so einiges).

Was mich ein wenig überrascht hat, war, wie der Autor die Geschichte bzw. das Drumherum aufgebaut hat. Man geht ja davon aus, dass in der Zukunft alles elektronisch und mit Hilfe von Technik funktioniert. Aber weit gefehlt! Thomas Thiemeyer lässt fast das Mittelalter wieder auferstehen. Viele Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind, gibt in der Zukunft von Thomas Thiemeyer nicht mehr. Das ist wirklich eine interessante Idee, denn man erwartet so was ja auch nicht wirklich. Auch fand ich es recht unterhaltsam, wenn die Menschen in der Zukunft Dinge sehen bzw. begutachten, die für uns heute selbstverständlich sind und mit denen sie gar nichts anfangen können. Auch sehr spannend fand ich es, wenn junge Menschen auf ältere Menschen trafen, die das Leben vor dem Virus noch gekannt haben und davon ein wenig berichteten. Ich vermute mal, dass das in den nächsten Bänden noch etwas mehr zur Sprache kommt - ich würde es mir wünschen.

Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Es gab viele Szenen (vor allem im zweiten Teil des Buches), die ich mir direkt vorstellen konnte und "miterlebt" habe, als wäre ich dabei gewesen. Ich liebe solche Bücher! Mit den Charaktere bin ich so nach und nach warm geworden (man muss sich ja erstmal kennenlernen ;-)). Am Schluss habe ich dann mit beiden richtig mitgefiebert. Was ich nur interessant fand, war, dass die beiden so gar nicht die Rolle des Mannes bzw. der Frau wieder gespielt haben, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe. Ich bin davon ausgegangen, dass der Mann der "Stärkte" von beiden ist. Jedoch war diese Meinung total falsch. Juna hat in dieser Geschichte definitiv die Hosen an und David ist eher so der Zurückhaltende, Nachdenkliche. Obwohl er mich am Schluss dann doch auch überraschen konnte. Ich bin mal gespannt, ob die beiden im zweiten oder dritten Band wieder auftauchen. Wünschen würde ich es mir. 

Noch kurz was zur Altersbeschränkung des Verlags: Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch wirklich schon etwas für Leser ab 12 Jahre ist. Ich würde eher sagen, es passt besser für Jugendliche ab 15 Jahren. 

Fazit: Der erste Band der Trilogie konnte wirklich überzeugen. Ich bin schon auf die nächsten zwei Bände gespannt.

Bewertung:

(4 von 5 Sterne)

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