Sonntag, 4. August 2013

Rezension: Isabel Beto - An den Ufern des goldenen Flusses


Eine abenteuerliche Reise in eine andere Welt


(Quelle: Rowohlt Verlag)
Taschenbuch
Verlag: rororo
Seiten: 544
ISBN: 978-3499259777
Preis: € 9,99
Erhältlich u.a. bei Amazon: http://amzn.to/13EKZ5T
 
 
Zum Inhalt:

Im Jahr 1815 brechen Janna und ihr Verlobter Reinmar von Hamburg aus auf in eine neue Welt: Sie wollen in Venezuela Pferde züchten. Die beiden Verliebten sehen ihr künftiges Leben schon vor sich. Doch das Schicksal ist gegen sie: Nach einem heftigen Sturm sinkt ihr Schiff und Janna wacht einsam und allein an einem verlassenen Strand auf. Sie wird von dem doch recht wortkargen Halb-Indio Arturo gerettet und hofft, dass er sie auf dem schnellsten Weg wieder zu Reinmar zurückbringt. Doch Arturo verfolgt einen ganz anderen Plan. Und bevor Janna überhaupt weiß wie ihr geschieht, befindet sie sich schon auf einer abenteuerlichen Suche nach einem alten Inka-Schatz...


Meine Meinung:

Nachdem mir „Die Bucht des grünen Mondes“ von Isabel Beto recht gut gefallen hat, wollte ich auch gerne das zweite Buch der Autorin lesen, da es mich vom Klappentext her ebenfalls angesprochen hat. Wie ihr ja wisst, bin ich eigentlich kein wirklicher Freund von historischen Romanen, aber wenn mich einen Autorin schon überzeugen konnte, probiere ich es gern nochmal :-) 

Was mir bei diesem Buch wieder sehr gut gefallen hat, war der Schreibstil der Autorin. Es gibt ja ein paar Autoren, die anscheinend meinen, der Schreibstil muss sich der Zeit anpassen, in der die Geschichte spielt. Und so was kann ich ja gar nicht leiden. Daher bin ich wirklich froh, dass der Schreibstil von Isabel Beto nicht so staubtrocken und langweilig ist. Was immer wieder zu betonen ist, sind die tollen Beschreibungen der Umgebung. Das ist mir bereits beim ersten Buch aufgefallen und dies führt die Autorin hier auch weiter. Man hat wirklich manchmal das Gefühl, selbst im Urwald zu stehen.
Trotz des guten Schreibstils hat es leider ein paar Seiten gebraucht, bis ich richtig in der Geschichte drin war. Klar, man muss als Autorin erstmal die Charaktere vorstellen und ein wenig die Vorgeschichte erzählen, bis man zum Hauptteil übergehen kann. Aber leider hat es bei mir ein wenig zu lange gedauert, bis der Funken übergesprungen ist.

Mit den Charakteren hat es leider auch etwas länger gedauert, bis ich mit ihnen warm geworden bin. Allen voran Janna, mit der ich am Anfang so meine Probleme hatte. Ich war mir nämlich zu Beginn der Geschichte nicht so ganz sicher, wie ich sie einschätzen sollte: Auf der einen Seite vornehmes junges Fräulein aus gutem Haus und auf der anderen Seite die Abenteurerin, die in einem fremden Land zusammen mit ihrem Verlobten einen Pferdezucht auf die Beinen stellen will – und das zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Aber so viel kann ich euch verraten: Im Laufe der Geschichte, in der wirklich viel passiert, ist mir Janna immer mehr und mehr sympathischer geworden und ich konnte sie in vielen Dingen besser verstehen. Man kann also sagen, dass wir nur zu Beginn so unsere Schwierigkeiten hatte :-) Auch der männliche Hauptcharakter Arturo war mir eine Zeitlang nicht ganz geheuer, was aber auch damit zusammenhängt, dass man zu Beginn nicht wirklich viel von ihm weiß und erst im Laufe der Geschichte die eine oder andere Info erhält. Aber auch bei ihm muss ich sagen, dass er mir während des Lesens des Buches – genauso wie Janna – immer mehr und mehr ans Herz gewachsen ist. Am Ende des Buches habe ich mir schon überlegt, ob ich die Geschichte nicht nochmal lesen sollte; vielleicht würde ich aufgrund der neu gewonnenen Erkenntnisse so ein paar Eigenheiten und Entscheidungen der Charaktere besser verstehen.

Ein, zwei Minuspunkte gab es leider bei dem Buch auch. Es gab ein paar Szenen in der Geschichte, die für mich nicht immer so ganz logisch bzw. nachvollziehbar waren, so dass ich als Leser ein wenig aus der Geschichte rausgekommen bin, weil ich eben über diese Dinge „gestolpert“ bin und dann ein wenig aus dem Lesefluss raus gekommen bin. Außerdem hat mir eine Zeitlang ein wenig das Gefühl gefehlt, unbedingt weiterlesen zu müssen. Die Geschichte an sich ist wirklich nicht schlecht, aber es hat mir einfach zu oft das Bedürfnis gefehlt, unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht. Zum Glück gab es aber auch Abschnitte, die mich total fesseln konnten, aber leider waren es mir ein paar zu wenig.

Wenn ich aber das ganze Buch im Rückblick betrachte, muss ich sagen, dass mir die Geschichte im Großen und Ganzen wirklich gut gefallen hat. Es wurde mit viel Liebe zum Detail die damalige Zeit sowie die Umgebung der Geschichte beschrieben, so dass der Leser in eine andere Welt eintauschen konnte. Und trotz ein paar anfänglicher Schwierigkeiten und dem einen oder anderen Minuspunkt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und würde mich sogar über eine Fortsetzung des Buches freuen, da meiner Meinung nach noch zu viele Fragen offen sind.

Zum Schluss möchte ich mich bei dem Team von leserunden.de sowie bei der Autorin für ein eine tolle Leserunde sowie für mein mit einer tollen Widmung versehene Exemplar des Buches bedanken.


Mein Fazit:

Wenn man als Leser gerne in eine andere Welt sowie in ein anderes Jahrhundert reisen möchte und das eine oder andere Abenteuer nicht scheut sowie ganz nebenbei noch auf die Suche nach der großen Liebe gehen möchte, der ist bei diesem Buch auf jeden Fall richtig.


Bewertung:



(3 1/2 von 5 Sterne)
 

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