Mittwoch, 6. Juli 2016

Rezension: Michael E. Vieten - Atemlos - Beim Sterben ist jeder allein

Ein überzeugender Krimi


(Quelle: Amazon)

E-Book
Verlag: BookRix
Seiten: 263
ASIN: B00PS4SVRM
Preis: € 4,99
Erhältlich u.a. bei Amazon: http://amzn.to/29kSg5f
 
 
Zum Inhalt:
 
Lasse dich nie vom Äußeren eines Menschen täuschen. Denn auch wenn er schüchtern und zurückhaltend ist, kann es in ihm brodeln. Und irgendwann kann dieses Brodeln zu einer Explosion führen, die dann das eine oder andere Menschenleben fordert. Dann kannst du nur hoffen, dass du nicht der Grund für diese Explosion warst. Denn sonst sind deine Stunden gezählt...
 
Meine Meinung:
 
Wie vielleicht der eine oder andere von euch schon gemerkt hat, lese ich kaum Krimis. Und wenn, bin ich meistens von den Büchern nicht wirklich begeistern. Ich glaube, das Genre liegt mir einfach nicht so wirklich. Es gibt nur sehr wenige Krimis, wie z.B. "Der Tote vom Strand" von Hakan Nesser, die mir gut gefallen haben. Daher war ich ehrlicherweise auch ein wenig skeptisch als ich dieses E-Book zum rezensieren bekommen habe. Es hat auch ein paar Monate auf dem SuB gelegen, bis ich endlich mal die Muse gefunden habe, es zu lesen. Und was soll ich sagen? Es hat mir wirklich gut gefallen!!
Ich war selbst überrascht, weil ich damit so gar nicht gerechnet habe. Vielleicht lag es auch ein wenig daran, dass das Buch anders ist als ein Durchschnittskrimi. Bei denen wird eine Leiche gefunden, der Kommissar ermittelt, wenn er Pech hat, taucht noch eine Leiche auf und am Schluss steht der Mörder fest. Nicht so bei diesem Buch.
Der Aufbau der Geschichte ist ganz anders. Man kann fast sagen, dass das Buch in zwei Teile geteilt wurde. Im ersten Teil ist man hautnah bei den Morden dabei. Es wird alles aus der Perspektive des Mörders erzählt, so dass man erfährt was er fühlt und denkt, z.B. warum er die Morde begeht. Man erfährt etwas über sein tägliches Leben und sein Umfeld. Der Charakter des Mörders, Anselm Jünger, ist wirklich interessant. Nach außen eigentlich ein schüchterner, zurückgezogener Mensch. Aber wenn man seine Gedanken "lesen" kann und die Beweggründe für die Morde erfährt, ist es schon wieder eine ganz andere Persönlichkeit, die nicht zu seinem Erscheinungsbild passt. Da kommt man wirklich ins Grübeln, ob manche Menschen im wahren Leben nicht auch so sein könnten, wobei ich jetzt keinem einen Mord zutrauen würde.
Ich will nicht sagen, dass mir der Charakter Anselm Jünger "gefallen" hat - das wäre das falsche Wort. Aber irgendwie fand ich es interessant, über ihn und sein Leben zu lesen.
 
Im zweiten Teil des Buches betritt dann der Kommissar, Horst Krieger, die Bühne. Und mit dem Charakter konnte ich so gar nichts anfangen. Ich fand den Typ einfach nur langweilig. Er war fast die ganze Zeit nur am essen (deswegen wurde auch viel über seine Fettleibigkeit im Buch geschrieben - eigentlich zu viel) oder hat über die Fall nachgedacht. Ein wirkliches Leben Drumherum hatte Horst Krieger nicht. Vielleicht lag es daran, dass ich diese Charakter neben Anselm Jünger ein wenig fad fand. Ich glaube, der Autor konnte seinen Kommissar auch nicht leiden und hat sich bei diesem Abschnitt nicht so viel Mühe gegeben. Ich will jetzt  damit nicht sagen, dass der zweite Teil des Buches schlecht war, aber eben nicht so gut wie der erste.
 
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der aber noch zu verkraftet ist (da gibt es schlimmer). Trotzdem bin froh, dass ich den zweiten Teil bereits auf meinem SuB liegen habe. Ich gehe mal davon aus, dass dieser auch bald fällig ist.
 
Nochmal vielen Dank an den Autor, dass er mir das E-Book zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
Mein Fazit:
 
Mal ein etwas anderer Krimi. Definitiv empfehlenswert.
 
Meine Bewertung:
(3 1/2 von 5 Sterne)

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