Samstag, 10. Juni 2017

Rezension: Sebastian Lehmann - Ich war jung und hatte das Geld

Ein-, zweimal schmunzeln - mehr aber auch nicht


(Quelle: Amazon)

Taschenbuch
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 192
ISBN: 9783442159215
Preis: € 10,00
Erhältlich u.a. bei Amazon: http://amzn.to/2sKPRuO
 
 
Zum Inhalt:
 
Könnt ihr euch noch daran erinnern? Damals, als wir in der Pubertät waren und so einiges ausprobiert haben? Wir wussten nicht wer wir waren und wo wir hin wollten, aber wir haben uns nicht davor gescheut, alles auszuprobieren. Waren wir die Skater oder doch eher die Gruftis? Schlummerte in uns der Öko oder doch eher der Rapper? Wer nicht fragt - oder in dem Fall nicht ausprobiert -, der nicht gewinnt. Auch Sebastian Lehmann hat sich in seiner Jugend diesen Fragen gestellt und zusammen mit seinen Freunden die verschiedenen Jugendkulturen mal mehr, mal weniger erfolgreich ausprobiert.
 
 
Meine Meinung:
 
Gleich zu Beginn möchte ich eins vorweg nehmen: Ich habe bei diesem Buch etwas ganz anderes erwartet. Was meiner Meinung nach auch ein wenig an dem Untertitel des Buches lag, denn wenn ich lese "Meine liebsten Jugendkulturen aus den wilden Neunzigern" gehe ich davon aus, dass es auch irgendwie eine Zeitreise zurück in die Neunziger gibt. Davon habe ich aber so gar nichts gespürt. Es wird kaum auf die damalige Zeit Bezug genommen. Lediglich die Musik von damals wird erwähnt, wie Dr. Alban oder Nirvana. Mehr aber leider nicht. Ich hatte gehofft, dass es auch für mich eine Zeitreise in meine Jugend wird - wie damals alles so war, was man erlebt hat etc. Leider wurde diese Erwartung enttäuscht, denn in diesem Buch geht es wirklich ausschließlich darum wie die Clique des Autors, bestehend aus himself, Flo, Dirk und Tina, verschiedene Jugendkulturen wie Skater, Rapper, Ökos etc. ausprobieren.
 
Die kurzen Kapitel (maximal drei Seiten) waren relativ schnell gelesen, wobei diese auch ab und zu mit einer passende Illustration "gekrönt" wurden, die meiner Meinung nach eigentlich nicht wirklich erforderlich waren. Ich als Vielleser war nach nicht mal zwei Stunden mit dem Buch durch - sozusagen ein kurzes Intermezzo. Vielleicht hätte man da noch das eine oder andere Kapitel mehr mit in das Buch aufnehmen sollen. Denn - was ich ausdrücklich positiv hervorheben möchte - der Autor kann definitiv schreiben. Die Texte waren flüssig und gut erzählt - wohl auch ein Grund dafür, warum ich mit dem Buch so schnell durch war. An der einen oder anderen Stelle hat mich Sebastian Lehmann sogar zum Schmunzeln gebracht. 
Was mich dann wiederum an der einen oder anderen Stelle gestört hat, war, dass manchmal gewisse Dinge erwähnt worden sind (hier will ich nicht zu viel verraten), die meiner Meinung nach noch gar nicht in den Neunziger vorkamen, sondern erst in den 2000er. Das hat mich dann auch wieder etwas gestört, wobei es jetzt nicht oft vorkam, aber es hat für mich das Lesevergnügen irgendwie getrübt.
 
Wie ihr sehen könnt, ist dieses Buch jetzt nicht wirklich schlecht, nur war es eben nicht das was ich erwartet habe. Außerdem bin ich einfach der Meinung, dass man aus dem ganzen Thema noch viel mehr hätte rausholen können - da ist viel Potenzial nicht ausgeschöpft worden. Wenn man z.B. viel mehr Ereignisse oder Gegenstände, die man mit der Zeit verbindet, in die Storys mit aufgenommen hätte, hätte man den Leser vielleicht mehr ansprechen und dadurch mehr für das Buch begeistern können. 
Trotzdem möchte ich dem Verlag danken, dass er mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, denn auch wenn dieses Buch nicht so meins war, den Autor selbst habe ich jetzt entdeckt und würde gerne noch ein weiteres Buch - mit hoffentlich dem passenden Thema für mich - ausprobieren.
 
 
Mein Fazit:
 
Der Autor hat einen guten und teilweise witzigen Schreibstil, nur leider ist er mit diesem Buch an meiner Erwartung total vorbeigeschrammt. Schade!
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

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