Samstag, 11. November 2017

Rezension: Andreas Eschbach - Herr aller Dinge

Irgendwie am Thema vorbeigeschrieben


 
Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 704
ISBN: 9783404168330
Preis: € 9,99

Zum Inhalt:
 
Hiroshi, ein kleiner Junge aus ärmlichen Verhältnissen, hat einen großen Traum: Er will dafür sorgen, dass in der Zukunft alle Menschen gleich reich sind. Niemand soll mehr hungern, sozialen Unterschiede wären passé. Für die Verwirklichung seines Traums arbeitet er hart und gibt nicht auf. Wird er es schaffen? Kann er allen Widrigkeiten trotzen und seinen Traum in die Wirklichkeit umsetzen?
 
 
Meine Meinung:
 
Mein erster Andreas Eschbach! Bisher habe ich von dem Autor noch nichts gelesen und war daher schon ein wenig gespannt, wie er so schreibt.
Der Schreibstil selbst war zu Beginn  des Buches ganz angenehm, da er irgendwie eine ruhige Art hatte, die Story zu erzählen und Dinge zu beschreiben. Ich als Leser hatte also zu Beginn des Buches das Gefühl, dass der Autor mich sanft in die Geschichte hineinführen möchte, bevor es dann später turbulent wird - was man ja irgendwie bei der Kurzbeschreibung erwartet. Nur irgendwie hat der Autor vergessen zum richtigen Zeitpunkt in den Roman ein wenig Spannung und Action aufzunehmen. Wenn ich ehrlich bin, passiert in der ersten Hälfte des Buches so gut wie gar nichts. Es kommt keine Spannung auf und man fragt sich eigentlich, was dieses Buch mit der Kurzbeschreibung auf dem Umschlag zu tun hat. Klar es kommt immer wieder das Thema auf, dass der Hauptcharakter Hiroshi die Idee hat, dass alle Menschen in der Zukunft gleich reich sein sollten. Aber dieses - in meinem Augen - eigentliche Hauptthema wird auf den ersten 300 Seiten nicht wirklich thematisiert. Man liest eigentlich nur wie Hiroshi und die Botschaftertochter Charlotte älter bzw. erwachsen werden und sich ihre Wege immer wieder kreuzen. Dieser Abschnitt des Buches ist nicht schlecht geschrieben und auch angenehm zu lesen, aber es hat in meinen Augen nicht wirklich etwas mit dem eigentlichen Thema zu tun! Man wartet beim Lesen regelrecht darauf, dass Hiroshi endlich offenbart, welche tolle Idee er hat. Manchmal hatte ich beim Lesen wirklich das Gefühl, dass der Autor gar nicht weiß, wie die Idee aussieht und versucht, den Leser hinzuhalten, bis ihm was einfällt. Dadurch zog sich die Geschichte natürlich und ich habe immer mal wieder das Buch weggelegt und Lesepause eingelegt, weil einfach nichts passiert ist.
 
Anscheinend nach der Hälfte des Buches ist dem Autor dann eingefallen, wie er die Idee, das alle Menschen gleich reich sein sollten, umsetzen kann und präsentiere sie dem Leser. Am Anfang fand ich sie auch nachvollziehbar, wenn auch irgendwo nicht ganz 100%ig durchdacht. Aber okay, es war ein Anfang. Doch dann ging es los, dass der Autor mit technischen Fachbegriffen nur so um sich schmiss, die ich als technischer Laie so gar nicht verstanden habe und mich teilweise auch langweilten. Ich weiß nicht, ob Andreas Eschbach in seinen anderen Büchern auch so technikaffin ist. Wenn ja, dann sind seine Bücher wohl eher nichts für mich. Als ich dann über die ganzen technischen Einzelheiten hinweg war, war ich gespannt, wie der Autor die Geschichte weiter spinnt, denn da lagen noch ein paar Seiten vor mir. Was dann kam, war für mich einfach too much. Ich kann nicht sagen was es war, um euch nicht zu spoilern, aber die Geschichte bekam dann ein Wendung, bei der ich nur den Kopf schütteln konnte und mir gedacht habe: "Was soll das?". Es hat in meinen Augen absolut nichts in dem Buch verloren und hat mich in meiner Vermutung bestätigt, dass der Autor am Anfang des Buches eigentlich selbst nicht gewusst hat, wo die Reise hingeht. Beim Schreiben sind ihm dann wohl ein paar Dinge eingefallen, die man ja mit in das Buch aufnehmen könnte - ob es passt oder nicht, ist egal, sie werden trotzdem reingeschrieben.
 
Für mich war dieses Buch eine Reise durch mehrere Genre, von Lovestory über Thriller bis Science-Fiction, wobei es für mich nicht so aussah, als wäre dies so gewollt. Der Autor konnte sich meiner Meinung nach nicht entscheiden, was er eigentlich schreiben möchte. Meinen Geschmack hat er mit diesem Buch definitiv nicht getroffen und ich bin derzeit noch unschlüssig, ob ich einem anderen Buch von Andreas Eschbach eine Chance geben sollte.
 
 
Mein Fazit:
 
Eine gerade Linie, wo die Story hinführen sollte, und weniger Seiten hätten dem Buch wirklich gut getan.

Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

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