Sonntag, 15. April 2018

Rezension: Kirsty Manning - Der Garten der Düfte

Leider ist der Funke nicht übergesprungen

(Quelle: Knaur-Verlag)

broschiert
Verlag: Knaur TB
Seiten: 480 S.
ISBN: 978-3-426-52153-3
Preis: € 9,99
 
 
Zum Inhalt:
 
Zwei Frauen in unterschiedlichen Zeiten haben eine gemeinsame Leidenschaft: Das Zaubern von leckeren Speisen und die Begeisterung für die Zutaten. Pip, die im heutigen Tasmanien lebt und versucht, ihr doch nicht immer ganz einfaches Leben in den Griff zu bekommen. Und Artemisia, die im 15. Jahrhundert in Frankreich als Köchin in einem Château gelebt hat. Als Pip in einem alten Topf die Rezepte von Artemisia findet, versucht sie mehr über die Verfasserin herauszufinden. Auf ihrer Reise quer durch Europa erfährt Pip nicht nur etwas über Artemisia, sondern vor allem auch einiges über sich selbst...
 
 
Meine Meinung:
 
Dieses Buch hört sich aufgrund der Kurzbeschreibung nach leichter Sommerlektüre an, die uns zusätzlich noch auf eine kulinarische Reise mitnimmt. Leider musste ich nach dem Lesen der Lektüre feststellen, dass der Inhalt des Buches dieses Bild für mich nicht so wirklich widerspiegelt.
 
Wir lernen zu Beginn des Buches zwei Frauen kennen. Einmal Pip, die im heutigen Tasmanien lebt, und Artemisia, die im 15. Jahrhundert in Frankreich gelebt hat. Beide Frauen führen kein einfaches Leben, wobei Pip die Möglichkeit hat und auch wahrnimmt, aus ihrem Leben auszubrechen, während Artemisia als Angestellte keine Möglichkeit hat, einfach so woanders hinzugehen. Deswegen verharrt sie in ihrer nicht ganz so glücklichen Anstellung.
Man wechselt im Laufe des Buches immer wieder zwischen der einen und der anderen Geschichte. Die Autorin versucht auch die Stories im Verlaufe des Buches immer wieder miteinander zu verweben. Es beginnt alles damit, dass Pip alte Rezepte, die Artemisia zu der damaligen Zeit aufgeschrieben hat, durch Zufall findet. Leider schafft es aber die Autorin nicht dauerhaft den Zusammenhang aufrecht zu erhalten. Pips Geschichte entwickelt sich weiter, ohne dass die Rezepte weiterhin eine Rolle spielen. In der zweiten Hälfte des Buches tauchen sie dann wieder vermehrt auf, so als wäre der Autorin eingefallen, dass man die Geschichten ja irgendwie wieder zusammenführen sollte. Pip reist dann auch zu dem Château, in dem Artemisia gelebt hat, welches auch zufällig entfernter Verwandtschaft von Pip gehört. Hier hätte ich mich mehr darüber gefreut, wenn man nicht so eine leichte Lösung genommen hätte, sondern vielleicht eher die Variante gewählt hätte, dass Pip recherchiert hätte, weil sie einfach unbedingt wissen will, wer hinter den Rezepten steckt. Da fehlt mir im Buch ein wenig die Begeisterung und das Herzblut für das ganze Thema. Zum Ende hin wird es zwar besser, aber ich hätte es mir für das ganze Buch gewünscht.
 
Wie in der Kurzbeschreibung angedeutet, geht es natürlich auch um das Thema Essen und Kochen. Die Hauptcharaktere beschäftigen sich häufig mit Kräutern oder der Zubereitung von Speisen, was von der Autorin auch wirklich ausführlich beschrieben wurde. Nur leider wollte bei mir einfach nicht der Funke überspringen, was meiner Meinung daran lag, dass die Autorin vielleicht zu viel wollte. In dem Buch wird so viel über Kräuter gesprochen, dass man am Besten gleich ein Lexikon neben sich liegen hat, um alles nachzuschlagen. Es wird hier einfach meiner Meinung nach das Thema zu sehr überstrapaziert. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen. Die Autorin hätte ihr Augenmerk mehr auf das Thema "Zubereitung von Speisen" legen sollen, weil man meiner Meinung nach hier die Leser besser begeistern kann. Hier gibt es Gerüche, Geschmacksrichtungen etc., mit denen der Leser vielleicht mehr angefangen kann, als Beschreibungen zu Kräutern.
 
Gerne hätte ich im Verlauf des Buches mehr Zusammenhänge zwischen den zwei Geschichten gehabt. Am Schluss probiert es die Autorin zwar nochmal mit Hilfe der Rezepte, aber auch das war für mich irgendwie zu wenig.
Der Schreibstil der Autorin konnte mich leider auch nicht so wirklich darüber hinwegtrösten. Irgendwie hat sie es nicht geschafft, mich als Leser dauerhaft von ihrer Geschichte zu begeistern. Teilweise hat das Buch leider ein paar Längen, was meiner Meinung nach daran liegt, dass sich die Geschichte nicht vorwärts bewegt, besonders was Pips Leben angeht. Hier tritt die Autorin mit ihrem Hauptcharakter zu oft auf der Stelle, weil anscheinend keiner so richtig weiß, wie die Reise weitergeht.
 
 
Mein Fazit:
 
Die Idee war gut, aber leider hat es die Autorin nicht geschafft, die Geschichte so zu Papier zu bringen, dass sie mich begeistern konnte. Schade!
 
Noch vielen Dank an den Knaur-Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

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