Sonntag, 18. November 2018

Rezension: Patrick Burow - Tödlicher Irrtum

Gute Story, aber die Umsetzung ist ausbaufähig


Taschenbuch
Verlag: Edition M
Seiten: 268
ISBN: 9782919804542
Preis: € 9,99
 
 
Zum Inhalt:
 
Als das neue "Institut für Justizirrtümer" in Hamburg gegründet wird, sind auch Saskia Cornelius und Florian Hansen wieder von der Partie. Denn es gibt so einige Verurteilungen, die vielleicht einen zweiten Blick verdient haben. Wie zum Beispiel der Fall von Jan Virchow, der den Mord eines Mädchen gestanden und die Polizei zum Tatort geführt hat. Nun sitzt er in der Psychiatrie. Was zunächst wie ein klarer Fall mit einer logischen Verurteilung aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als nicht mehr ganz so eindeutig, denn Jan hat bei seinem Geständnis unter Medikamenteneinfluss gestanden und er hat ein Alibi. War er wirklich der Mörder? Und wenn nicht, wer war es dann?
 
 
Meine Meinung:
 
In "Tödlicher Irrtum" trifft der Leser auf die Jura-Studenten Saskia Cornelius und Florian Hansen, die bereits im Buch "Tödliche Schönheit" einem Justizirrtum auf der Schliche waren. Hierzu möchte ich kurz sagen, dass man dieses Buch auch dann lesen kann, wenn man den Vorgänger-Band nicht kennt. Es gibt zwar immer wieder kurze Rückblenden zu dem Fall, aber für das Verständnis dieses Thrillers ist eine Vorkenntnis nicht zwingend erforderlich.
Über die Hauptcharaktere Saskia und Florian erfährt der Leser, der sie noch nicht kennt, im Verlauf der Story viele Einzelheiten, die, um den Charakter kennenzulernen, eigentlich ausreichen. Saskia kommt aus gutem Haus und will ihrem Vater zeigen, dass sie als Tochter genauso viel wert ist, wie ein Sohn. Dafür lernt sie ohne Unterlass für ihr Jura-Studium. Florian ist eher das Gegenteil, denn er lässt sein Studium gerne ein wenig schleifen und hat bei weitem nicht so viel Elan wie Saskia. Als sie im neu gegründeten "Institut für Justizirrtümer" aushelfen, werden sie auf einen Fall aufmerksam, der auf den ersten Blick eigentlich kein Justizirrtum sein kann, denn der Täter hat ein Geständnis abgelegt und der Polizei den Tatort gezeigt. Doch die Schwester des Täters glaubt an die Unschuld ihres Bruders.
 
Bei dem Buch handelt es sich um keinen dicken Schmöker, an dem man wochenlang dran zu kauen hat. Die Kapitel sind relativ kurz - für meinen Geschmack zu kurz. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, dem Verlauf der Geschichte zu folgen, weil in jedem Kapital andere Personen und andere Handlungsstränge aufgetaucht sind. Außerdem wusste man ja noch nicht, wer wer ist. Das hat sich dann relativ rasch wieder gelegt. Trotzdem hätten dem Buch meiner Meinung nach längere Kapitel gut getan, da man dann mehr die Möglichkeit gehabt hätte, in die Geschichte einzutauchen und vielleicht auch mehr über die Charaktere zu erfahren, um diese besser kennenzulernen. Saskia und Florian lernt man zwar ansatzweise kennen, aber man kann sich nicht in sie hineinversetzen, weil man zu wenig darüber erfährt, was sie denken oder fühlen.
Die Story selbst fand ich eigentlich ganz gut, auch wenn für mich vieles zu leicht von statten ging, gerade was so Sachen wie Akten beschaffen, Auskünfte einholen, etc. anging. Wenn sich hier die Charaktere ein wenig mehr hätten anstrengen müssen, wäre es für mich realistischer gewesen. Es "flutschte" zu gut. Was den Autor aber nicht davon abgehalten hat, mich mitten im Buch auf eine ziemlich falsche Fährte zu locken. Da dachte ich zwischenzeitlich schon, dass der Täter gefasst ist, und das, obwohl ich noch das halbe Buch vor mir hatte. Also, wie man sieht, falsche Fährten legen kann der Autor. Ich sehe bei ihm auf jeden Fall Potenzial und kann mir auch gut vorstellen, dass die nächsten Bücher - was die Umsetzung angeht - besser werden.
 
 
Mein Fazit:
 
Die Idee und die Story finde ich wirklich gelungen, jedoch würde es meiner Meinung nach dem Buch gut tun, wenn es mehr Seiten hätte, auf denen man die Charaktere besser kennenlernt und auf denen es den zwei "Ermittlern" nicht alles so leicht von der Hand geht.
 
 
Vielen Dank an Patrick Burow, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
Meine Bewertung:
(3 1/2 von 5 Sterne)

Sonntag, 11. November 2018

Rezension: Nicolas Remin - Sophies Tagebuch

Leichte Anlaufschwierigkeiten

(Quelle: Kindler Verlag)
gebunden
Verlag: Kindler Verlag
Seiten: 416
ISBN: 9783463406954
Preis: € 20,00


Zum Inhalt:
 
Berlin, 1989: Als Erika erfährt, dass ihr Vater verstorben ist, weiß sie noch nicht, dass ihr Leben sich grundsätzlich ändern wird. Im Nachlass ihrer Eltern findet sie alte Tagebucheinträge ihrer Mutter. Sie datieren von 1939 bis 1945 - zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Sophie, Erikas Mutter, erzählt von ihrem Leben in Berlin, über ihre Ehe mit Ulrich und ihre Freundschaft zu Ulrichs jüdischen Schulkamerad, Felix Auerbach. Noch ahnt Erika nicht, dass diese Aufzeichnungen bis ins Jahr 1989 Auswirkungen haben werden - ganz besonders für sie.
 
 
Meine Meinung:
 
Zu Beginn des Buches lernen wir Erika kennen, die gerade erfährt, dass ihr Vater verstorben ist, zu dem sie schon seit ihrer Jugend keine wirklich gute Beziehung hatte. Erika kann man eigentlich als Mauerblümchen mit dicker Brille und wenig vorteilhafter Kleidung beschreiben, die als geschiedene Lehrerin ihr Dasein fristet.
Doch vieles ändert sich für Erika nach dem Tod ihres Vaters, insbesondere als sie beim Stöbern in ihrem Elternhaus alte Aufzeichnungen Ihrer Mutter aus den Jahren 1939-1945 findet.
 
Erika war mir zu Beginn des Buches nicht wirklich sympathisch. Es hat sich zwar etwas im Laufe des Buches gebessert, aber im wahren Leben wären wir wohl keine Freundinnen geworden. Sie wirkt sehr unterkühlt und lässt zu Beginn kaum Gefühle zu. Ich frage mich, ob das auch an ihrer Kindheit gelegen hat. Ihre Mutter ist früh verstorben und ihr Vater hat sie in ein Internat gesteckt. Auch ihre Ehe war nicht glücklich. Solche Ereignisse prägen natürlich einen Menschen. Zum Ende des Buches hin öffnet sie sich immer mehr und zeigt auch Gefühle. Wahrscheinlich wollte der Autor aufzeigen, dass der Charakter nach dem Tod des Vaters anfängt, aus dem Dornröschen-Schlaf zu erwachen. Das merkt man auch daran, dass Erika sich im Verlauf des Buches immer mehr Gedanken um ihr Äußeres macht: Die Brille verschwindet, die unförmigen Parka werden ersetzen etc. Nur frage ich mich, warum sie sich so stark verändert und warum so direkt nach dem Tod ihres Vaters? Diese Frage lässt der Autor meiner Meinung nach unbeantwortet.
 
In den Tagebucheinträgen von Sophie erfährt man einiges über ihr Leben in Berlin zur Zeit der Nazis. Wirklich Gefahr, insbesondere einen 2. Weltkrieg, sieht zunächst niemand. Auch Sophie ist eine Anhängerin Hitlers und Parteimitglied. Irgendwie wirkt Sophie was das angeht ziemlich naiv und leichtgläubig. Wobei ich glaube, dass der Autor hier aufzeigen wollte, dass viele gar nicht wussten oder einschätzen konnte, was zur damaligen Zeit wirklich geschah und was auf sie zukam. Als der Krieg in vollem Gange war, wurde auch Sophie jäh vor Augen geführt, was in Deutschland passierte.
Was mich ein wenig gestört hat, war, dass der Autor irgendwann angefangen hat, die Tagebucheinträge von Sophie am Ende eines jeden Kapitels von Erika zusammenzufassen lassen. Da hat sich mir der Sinn nicht ganz erschlossen. Ich weiß doch noch, was ich gerade gelesen habe. Er spiegelt damit auch nicht die Gedanken oder Gefühle von Erika wieder, weil diese wirklich nur den Text aus dem Tagebuch zusammenfasst. Was mich dann wieder zu der doch etwas gefühllosen Art von Erika zurück kommen lässt.
 
Worüber ich auch ein wenig rätsele, ist, warum der Autor das Buch in Berlin zum Zeit des Mauerfalls spielen lässt. Wirklich ein Zusammenhang gab es nicht für mich. Natürlich ist mir bewusst, dass er das Buch nicht zur heutigen Zeit spielen lassen kann, weil dann die Zeitzeugen wohl zu alt gewesen wären.  
 
Abschließend möchte ich noch sagen, dass der Schreibstil des Autors wirklich gut war; die Story hat sich leicht und flüssig lesen lassen. Auch konnte mich die Geschichte ab der zweiten Hälfte packen, da ich wissen wollte, wie die Aufzeichnungen von Sophie enden.
 
 
Mein Fazit:
 
Ein Roman, der vielleicht auch aufzeigen will, wie leicht wir Menschen uns manipulieren lassen und wie schnell wir etwas glauben ohne zu hinterfragen.
 
Vielen Dank an den Kindler Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
 
Meine Bewertung:
(3 1/2 von 5 Sterne)

Mittwoch, 7. November 2018

Rezension: Paula McLain - Hemingway & ich

zu wenig Gefühl

(Quelle: Aufbau Verlag)


gebunden
Verlag: Aufbau Verlag
Seiten: 448
ISBN: 978-3351037451
Preis: € 24,00


Zum Inhalt:

Zwei Menschen, eine Liebe. Als Martha Gellhorn auf Ernest Hemingway trifft, ist es um sie geschehen. Die junge Frau verliebt sich in den erfolgreichen Schriftsteller und reist mit ihm sogar in das kriegsgebeutelte Spanien. Auch Hemingway kann seine Gefühle für Martha nicht länger verbergen. Doch können die beiden wirklich zusammen glücklich werden?
 

Meine Meinung:

Da mich der Schriftsteller Ernest Hemingway und sein Leben sehr interessieren, konnte ich natürlich auch an diesem Buch nicht einfach vorbei gehen. In diesem Roman geht es darum wie Hemingway und seine dritte Ehefrau Martha Gellhorn sich kennen und lieben gelernt haben - erzählt aus der Sicht von Martha Gellhorn.

Martha Gellhorn lernen wir zu Beginn des Buches als junge Frau kennen. Sie ist modern und eckt mit ihrer Art immer wieder an - besonders bei ihrem Vater. Hier werden zwei Generationen dargestellt, die absolut unterschiedliche Meinungen darüber haben, wie eine Frau sich zu der damaligen Zeit zu verhalten hat. Doch Martha will ihren Weg gehen und will sich als Schriftstellerin einen Namen machen.
Ernest Hemingway taucht ein paar Seiten später auf. Was auch bereits in anderen Büchern Erwähnung fand und was die Autorin in ihrem Buch mit aufgenommen hat, ist die Art wie Hemingway auf seine Mitmenschen wirkt. Er hat eine Art an sich, die alle um ihn herum fasziniert. Dieser Faszination kann sich auch Martha nicht entziehen - so zumindest schreibt es die Autorin. Was dabei für mich gar nicht rüber kam, sind die Gefühle die Martha für Hemingway empfindet und später er für sie. Teilweise hat man das Gefühl, die beiden führen eine Zweckbeziehung, obwohl sie es gar nicht wollen. In der Realität hat das natürlich nicht gestimmt, aber so vermittelt mir die Autorin die Beziehung zwischen den beiden. Es wird zwar immer wieder erwähnt, welche Gefühle Martha für Hemingway hegt, aber die Art und Weise wie es erzählt wird, kann mir dies nicht vermitteln. Es kommt bei mir als Leser einfach nicht an.
Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass ich mit dem Charakter Martha Gellhorn den größten Teil des Buches nicht wirklich warm geworden bin. Ich konnte mit ihr nicht mitfühlen oder mich in sie hineinversetzen. Manchmal kam sie mir wie eine verwöhntes Mädchen vor, das einfach alles bekommt, was sie will. Zum Ende hin wurde es ein wenig besser, weil ich auch einfach das Gefühl hatte, Martha wird langsam erwachsen.

An Hemingway selbst hat die Autorin kein gutes Haar gelassen. Meiner Meinung nach wurde er schon sehr „negativ“ dargestellt. Natürlich war er bestimmt kein einfacher Mensch, aber man hätte ihn vielleicht doch ein wenig anders beschreiben können. Ich hatte das Gefühl, die Autorin hat sich eine Meinung über ihn gebildet und die wollte sie dem Leser mitteilen. Vielleicht liege ich da auch falsch, aber so habe ich es empfunden.

Was mir gut gefallen hat, war, dass die Autorin auch immer wieder die geschichtlichen Ereignisse mit in den Roman eingepflegt hat. Auf der einen Seite war es erforderlich, weil Martha immer wieder als Kriegsreporterin zu den Schauplätzen gereist ist, aber ich fand auch, dass die Autorin die Geschehnisse während der Diktatur Francos sowie während des zweiten Weltkriegs sehr bildhaft und spannend erzählt hat. Da muss ich ihr wirklich ein Lob aussprechen.  
 
Mein Fazit:

Ein Roman über die Liebe zweier sehr bemerkenswerten Persönlichkeiten. Doch leider sind die Gefühle für mich auf der Strecke geblieben.


Vielen Dank an lovelybooks und an den Aufbau-Verlag, dass ich dieses Buch rezensieren durfte.

Meine Bewertung:
(2 1/2 von 5 Sterne)

Samstag, 3. November 2018

Lesestatistik Oktober 2018


 
 
Der Oktober ist nun schon ein paar Tage zu Ende und ihr bekommt nun endlich meine Lesestatistik. Diesmal kann ich eigentlich wirklich zufrieden mit mir sein, denn ich habe acht Bücher mit insgesamt 3.040 Seiten gelesen! Nicht schlecht. Jedoch konnte ich meinen SuB nicht ganz so gut reduzieren, wie erhofft. Momentan liegen da nämlich noch 269 Bücher - wird ziemlich knapp mit 250 Bücher zum Jahresende. Aber ich werde es weiter versuchen, auch wenn es eigentlich fast unmöglich ist.
 
Kommen wir aber nun zu meinen gelesenen Büchern im Oktober:
 
1.
Rubinrot: Liebe geht durch alle Zeiten von Kerstin Gier (352 S.) [ReRead]
Bewertung: 3 von 5 Sterne
Der Monat begann mit einem ReRead, denn ich will dieses Jahr noch die Edelstein-Trilogie endlich beenden. Als ich das Buch 2014 das erste Mal gelesen habe, hatte ich ihm vier Sterne gegeben. Jetzt sind es leider nur noch drei Sterne, weil beim zweiten Mal lesen konnte es mich nicht mehr ganz so überzeugen. Vielleicht liegt das auch daran, dass mein Lesegeschmack sich etwas geändert hat. Meine Rezi aus dem Jahr 2014 findet ihr übrigens hier.

2.
Die Herrin des Winterpalasts von Christopher W. Gortner (672 S.)
Bewertung: 3 1/2 von 5 Sterne

HIER geht's zur Rezension
Dieses Buch war mein Monatshighlight! Auch wenn es mit 672 Seiten nicht gerade dünn war, konnte mich die Geschichte rund um die Romanows begeistern und auch ein wenig fesseln. So gefallen mir historische Romane.

3.
Nackt unter Krabben von Marie Matisek (272 S.)
Bewertung: 3 von 5 Sterne
Ein wenig Urlaubslektüre für den Urlaub (habe ich auf Mallorca gelesen). Die Story war ganz nett, aber mehr leider auch nicht. Der Hauptcharakter Falk wurde zum Ende hin auch etwas sympathischer, aber trotzdem werde ich die Folgebände nicht lesen.

4.
Weichei von Tim Boltz (256 S.)
Bewertung: 3 von 5 Sterne
Eine etwas abgedrehte Lovestory, in der der männliche Hauptcharakter Robert seiner Exfreundin zeigen will, was für ein Mann er ist. Das Ende war doch ziemlich vorhersehbar und wirklich Tiefgang hatte die Story auch nicht.

5.
Erntedank von Volker Klüpfel und Michael Kobr (384 S.)
Bewertung: 3 von 5 Sterne
Der zweite Teil der Kluftinger Reihe. Mit dem ersten Band bin ich ja nicht so warm geworden und der zweite hat jetzt auch nicht so vielversprechend angefangen. Doch die letzten 100 Seiten haben mich dann doch entschädigt, denn die waren richtig spannend. Ich werde dem dritten Teil auf jeden Fall eine Chance geben.

 6.
Jena 1800: Republik der freien Geister von Peter Neumann (256 S.)
Bewertung: 2 von 5 Sterne

HIER geht's zur Rezension
Bei diesem Buch waren die Erwartung ganz weit weg, von dem, was ich bekommen habe. Ich dachte ja, ich erfahre etwas über die Vergangenheit meiner Heimatstadt - aber weit gefehlt. Hauptsächlich geht es in diesem Buch um das Thema Philosophie und zwar auf einem Niveau, bei dem ich als Laie ziemlich schnell raus war.

 7.
Mädchen aus dem Moor von S.K. Tremayne (400 S.)
Bewertung: 3 von 5 Sterne

HIER geht's zur Rezension
Bei Psychothriller bin ich mir ja immer unsicher, ob sie wirklich etwas für mich sind oder ob sie zu "gruselig" sind. Bei diesem Buch war die Angst aber eher unbegründet, da es leider nicht so spannend war wie erhofft. Der Autor hat sich zu sehr mit Landschaftsbeschreibungen aufgehalten, wodurch die Story selbst immer wieder ins Stocken geraten ist.

 8.
Hemingway & ich von Paula McLain (448 S.)
Bewertung: 2 1/2 von 5 Sterne
Rezension folgt
Ernest Hemingway ist für mich einer der interessantes Schriftsteller der Vergangenheit. Deswegen lese ich auch immer wieder gerne Bücher über sein Leben. Dieses Buch hätte auch gut werden können, wenn mehr Gefühl vorhanden gewesen wäre. Das hat mir bei diesem Buch nämlich total gefehlt. Mehr erfahrt ihr aber in meiner Rezension, die in den nächsten Tage online geht.
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Anzahl Bücher: 8
Gesamtseitenzahl: 3.040
Durchschnitt: gelesene Seiten pro Tag: 98 (Stand: 31.10.2018)

Sonntag, 21. Oktober 2018

Rezension: S.K. Tremayne - Mädchen aus dem Moor

Zu viel Beschreibung, zu wenig Spannung


(Quelle: Knaur TB)


broschiert
Verlag: Knaur TB
Seiten: 400
ISBN: 9783426522486
Preis: € 14,99
 
 
Zum Inhalt:
 
Kath Redway hatte einen Autounfall und wäre beinahe gestorben. So wurde ihr es erzählt, denn sie selbst kann sich an das Ereignis und die Zeit davor nicht erinnern. Als ihr jedoch offenbart wird, dass es in Wirklichkeit kein Unfall, sondern ein Selbstmordversuch war, bricht für Kath eine Welt zusammen. Warum sollte sie versuchen, sich umzubringen und damit ihre geliebte Familie im Stich lassen? Kath ist verzweifelt und versucht, ihre Gedächtnislücken zu füllen. Doch das, was da zu Tage kommt, verwirrt Kath nur noch mehr. Was ist wirklich passiert? Und was hat das alles mit ihrer Familie zu tun?
 
 
Meine Meinung:
 
Dieses Buch gehört zum Genre des Psychothrillers, was eigentlich nicht so ganz mein Metier ist, aber ich habe mich dann doch "getraut", dieses Buch zu lesen.
Eins gleich vorneweg: Das Buch war nicht so gruselig und mystisch wie gedacht. Es spielt ja auf dem Dartmoor, was - wenn man sich die Bilder im Internet so anschaut - schon einen etwas mystischen Touch haben kann. Das es dort viele verschiedene Sagen gibt, kann ich mir gut vorstellen, denn die Umgebung lädt ja regelrecht dazu ein. Der Autor hat auch versucht, diese Besonderheit des Dartmoors in sein Buch aufzunehmen, damit der Leser den mystischen und vielleicht auch etwas gruseligen Ort des Geschehens kennenlernt. Nur leider hat es der Autor in meinen Augen damit ein wenig übertrieben. Man kann fast schon behaupten, dass die Hälfte des Buches nur daraus besteht, wie das Dartmoor aussieht, was man dort alles entdeckt etc. Irgendwann ist der Autor mir damit schon fast auf die Nerven gegangen. Ich wollte eigentlich wissen, wie die Geschichte weitergeht und keinen Reiseführer lesen. Das zweite Problem dabei war, dass der Autor es für mich auch nicht geschafft hat, seine Beschreibungen irgendwie mystisch oder sogar gruselig rüberzubringen, was wahrscheinlich gewollt war, um die Story ein wenig zu untermalen. Also mich hat dieser Teil des Buches leider eher gelangweilt.
 
Die eigentliche Geschichte um die es in diesem Buch geht, hat sich am Anfang ein wenig gezogen - was vielleicht auch an den vorgenannten Beschreibungen gelegen hat. Natürlich muss sich eine Story aufbauen und entwickeln, nur für mein Verhältnis passiert am Anfang ein bisschen zu wenig.
Neben Kath Redway, die versucht hat, sich das Leben zu nehmen, lernen wir zu Beginn ihren Mann Adam und ihre Tochter Lyla kennen. Eigentlich eine harmonische Familie, bis zu dem Selbstmordversuch von Kath, die selbst erstmal gar nichts davon weiß aufgrund einer Amnesie. Ein solches Ereignisse ist natürlich für alle Beteiligten nicht einfach, gerade für die Familienangehörige, die mit sowas umgehen müssen. Kath kämpft immer wieder gegen ihren Gedächtnisverlust, um herauszufinden, was wirklich passiert ist. Wir als Leser sind natürlich auch gespannt, was Kath noch alles zu Tage fördert, da wir auch bis zum Schluss im Ungewissen bleiben. Nebenbei lernen wir auch noch andere Charaktere kennen, insbesondere den Bruder von Kath, Dan, und dessen Frau Tessa.
Umso mehr Gedankenlücken sich bei Kath schließen, umso undurchsichtiger wird alles. Sie misstraut immer mehr Menschen, wobei vieles nur auf einer Vermutung beruht. Hier ist der Autor meiner Meinung nach wenig übers Ziel hinausgeschossen. Wenn man Personen, die einem nahe stehen, plötzlich misstraut, sollte man da schon ein wenig mehr Stoff liefern, als eine reine Vermutung. Hier hätte der Autor vielleicht ein bisschen weiter ausholen sollen, weitere Vermutungen streuen, um dies zu untermauern.
Das Ende des Buches bzw. die letzten 100 Seiten waren dagegen gut und auch spannend erzählt, wobei der Autor es auch hier nicht lassen konnte, ein paar Beschreibungen über das Dartmoor mit einfließen zu lassen. An der Stelle hätte er wirklich darauf verzichten können, denn sowas ist nicht gut für die Spannung. Die Auflösung fand ich überraschend und auch gut durchdacht, da muss ich dem Autor mal ein Lob aussprechen.
 
 
Mein Fazit:
 
Der Autor hat gute Ansätze und Ideen, aber es hapert ein wenig mit der Umsetzung. Für mich war das kein wirklicher Psychothriller.
 
 
Vielen Dank an den Knaur-Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
Meine Bewertung:
(3 Sterne)

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Rezension: Peter Neumann - Jena 1800: Die Republik der freien Geister

Schwere Kost

(Quelle: Siedler Verlag)


gebunden
Verlag: Siedler Verlag
Seiten: 256
ISBN: 9783827501059
Preis: € 22,00


Zum Inhalt:
 
"Jena 1800: Mit den Ideen der Französischen Revolution geraten nicht nur die politischen Verhältnisse in Europa ins Wanken. Eine ganze Generation von jungen Dichtern und Philosophen beschließt, die Welt neu zu denken. Die führenden Köpfe – darunter die Brüder Schlegel mit ihren Frauen, der Philosoph Schelling und der Dichter Novalis – treffen sich in der thüringischen Universitätsstadt an der Saale, um eine „Republik der freien Geister“ zu errichten. Sie stellen nicht nur gesellschaftliche Traditionen in Frage, sie revolutionieren mit ihrem Blick auf das Individuum und die Natur zugleich auch unser Verständnis von Freiheit und Wirklichkeit – bis heute. Farbig und leidenschaftlich erzählt Peter Neumann von dieser ungewöhnlichen Denkerkommune, die nicht weniger vorbereitete als den geistigen Aufbruch in die Moderne." (Text: Siedler Verlag)
 
 
Meine Meinung:
 
Auf dieses Buch bin ich im Internet aufmerksam geworden. Gerade der Titel hat mich total angesprochen, da ich ursprünglich aus Jena bin und ich einfach auch mal etwas mehr über meine Heimatstadt erfahren wollte.
Leider beschäftigt sich dieses Buch aber eher weniger mit der Stadt selbst, als mit ihren Bewohnern im Jahr 1800. Goethe und Schiller sind auch mir als Nicht-Philosoph geläufige Namen, bei den weiteren Protagonisten wie z.B. Schelling und Schlegel musste ich leider passen.  Natürlich habe ich auch bei diesem Buch erwartet, dass der Autor den "unerfahrenen Leser" ein wenig an die Hand nimmt und ihn in das Thema Philosophie kurz einführt und ihm die Charaktere ein wenig näher bringt. Doch dem war leider nicht so. Der Autor verlangt einfach vom Leser, dass er sich schon vorher über alles informiert und weiß, was bis kurz vor dem Jahr 1800 alles im Leben der Charaktere passiert ist und schließt mit seinem Buch nahtlos daran an. Am Ende des Buches erklärt er noch kurz, wie es mit der einen oder anderen im Buch erwähnten Person weitergeht, was mir persönlich jetzt nichts gebracht hat, da ich ja die Vorgeschichte und somit die Personen nicht kannte.
 
Das es in diesem Buch auch über die Philosophie geht, lässt die Kurzbeschreibung natürlich schon erahnen, jedoch bin ich davon ausgegangen, das der historische Anteil, was die Ereignisse zur damaligen Zeit in Jena und Europa angeht, in diesem Buch höher ist. Ich hätte gerne auch mehr über das Leben zu der damaligen Zeit in Jena erfahren, da es so viele historische Brennpunkte gab - gerne auch aus der Sicht der Dichter und Denker. Leider standen aber die Werke der Künstler, ihre vielschichtigen Gedanken und ihr Verhältnis untereinander - alles erzählt aus der Sicht der Philosophie - im Vordergrund.
 
Auch wenn das Buch nicht das beinhaltet hat, was ich mir gewünscht habe, hätte es mir vielleicht trotzdem zugesagt, wenn der Schreibstil des Autors mehr meinen Geschmackssinn getroffen hätte. Ich persönlich fand seine Art des Erzählens einfach unheimlich anstrengend. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand gebildet ist und vielleicht mehr Fremdwörter kennt als der Durchschnittsmensch, aber wenn ich dem breiten Publikum ein Buch in die Hand gebe, damit es vielleicht nach dem Lesen der Lektüre ein wenig schlauer ist als vorher, dann sollte ich auch daran denken, dass vielleicht nicht jeder Leser Philosophie studiert hat und vielleicht auch keine Lust hat, jedes zweite Wort nachzuschlagen, weil er es nicht kennt. So macht lesen einfach keinen Spaß. Ich habe auch bewusst die vom Verlag veröffentliche Kurzbeschreibung als Inhaltsangabe zu meiner Rezension genommen. Diese Text war für mich noch verständlich. Das Buch selbst war es nicht mehr. 
 
 
Mein Fazit:
 
Für mich als Nicht-Philosoph keine leichte Kost. Als Einstiegsbuch für dieses Thema ist dieses Buch meiner Meinung nach nicht geeignet. 
 
Vielen Dank an den Siedler Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat. 
 

Meine Bewertung:

(2 von 5 Sterne)

Sonntag, 7. Oktober 2018

Rezension: Christopher W. Gortner - Die Herrin des Winterpalasts

Informativ und bewegend

(Quelle: Goldmann Verlag)


Taschenbuch
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 672
ISBN: 9783442487691
Preis: € 10,00


Zum Inhalt:

In diesem Buch wird die Geschichte von Dagmar von Dänemark, später Maria Fjodorowna, erzählt - von der Zeit als junges Mädchen in Dänemark bis zum Ende des ersten Weltkrieges, als sie aus Russland fliehen muss. Jeder, der ein wenig im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß was mit der Zarenfamilie, den Romanows, im ersten Weltkrieg passiert ist, so dass man eigentlich auch weiß, wie dieses Buch ausgehen wird. Aber darum geht es in diesem Buch nicht hauptsächlich. Viel mehr steht das Leben von Dagmar von Dänemark - später Ehefrau des Zaren Alexander III und Mutter des letzten Zaren Nikolaus II - im Vordergrund. Wir lernen sie als Heranwachsende kennen, als ihre Schwester mit dem Thronfolger von England vermählt werden soll. Auch Dagmar - später von allen Minnie gerufen - lernt bereits in jungen Jahren die Liebe kennen, aber auch deren Verlust. Und dies zieht sich durch ihr ganzen Leben. Als Ehefrau des zukünftigen Zaren, aber auch als spätere Zarin oder als Mutter des neuen Zaren weiß sie sich am Hof zu beweisen und hat gegenüber ihren Familienmitgliedern eine teilweise doch strenge Hand. Aber auch sie kann nicht aufhalten, was die Zukunft für die Romanows bereit hält: den ersten Weltkrieg, die Revolution unter Lenin und das Ende des Zaren.
 
 
Meine Meinung:

Bei historischen Romanen in diesem Umfang habe ich immer wieder Bedenken, dass sie langatmig sein und sich die Geschichte irgendwie ziehen könnte. Die war bei diesem Buch definitiv nicht der Fall.
Gleich zu Beginn des Buches hat der Autor netterweise den Stammbaum von Minnies Familie aus Dänemark sowie den Stammbaum der Romanows ab Alexander II dargestellt. Natürlich lässt das gleich vermuten, dass in diesem Buch so einige Personen erschienen werden, was auch der Fall war, aber seltsamerweise hatte ich bei diesem Buch so gar keine Probleme, die Personen auseinander zu halten. Und das obwohl einige Namen schon sehr ähnlich sind. Ich wusste immer wer wer ist und wo ich ihn hinstecken musste. Ab und zu hat der Autor auch nochmal kleine Informationen mit dazu geliefert, was aber eher dazu gedacht war, den aktuellen "Status" dieser Person wiederzugeben, weil alle kann man nun wirklich nicht auf Schritt und Tritt verfolgen. Ich glaube auch, dass der Autor so einige Informationen unter den Tisch fallen lassen musste, weil ansonsten das Buch dreimal so dick geworden wäre. Er versucht in diesem Buch sich wirklich nur auf das Leben von Minnie zu konzentrieren und lässt nur die wichtigsten Informationen von außen, die für den Verlauf des Buches wichtig sind, mit einfließen.
 
Was mir sehr gut bei dem Schreibstil des Autors gefallen hat, war dessen doch sehr bildhafte Erzählweise. Man konnte sich vieles beim Lesen vorstellen, ohne selbst dabei gewesen zu sein oder Bilder dazu gesehen zu haben. Nach dem Lesen des Buches hat mich die Geschichte der Romanows noch mehr interessiert und ich habe mich ein wenig im Internet informiert. Auch da konnte ich feststellen, dass der Autor sich wirklich so ziemlich an die tatsächliche Geschichte gehalten hat. Natürlich ist in diesem Buch der größte Teil Fiktion, aber den geschichtlichen Teil hat er wirklich sehr nah an der Wahrheit umgesetzt und uns als Leser auf eine Reise in das alte Russland mitgenommen, bei der man nicht genau wusste, wo hört die Fiktion auf und wo beginnen die wirklichen Ereignisse. Er hat es wirklich geschafft, einen historischen Roman in diesem Umfang nicht langweilig werden zu lassen. Natürlich hat das Buch mit fast 700 Seiten einen Umfang, der im ersten Moment abschrecken sein kann. Aber selbst ich, der nicht unbedingt ein Freund von dicken Büchern ist, kann vermelden, dass es sich lohnt, diesem Buch eine Chance zu geben. Es ist jetzt vielleicht kein Page-Turner, den man nicht mehr aus der Hand legen will, aber die Story ist gut erzählt und man lernt einiges über die Zeit der Romanows.
 
 
Mein Fazit:
 
Ein gut recherchiertes Buch, dass den Leser auf der einen Seite unterhalten kann, aber auch viel Informatives enthält. Wen die Romanows interessieren oder wer gerne historische Romane liest, sollte zu diesem Buch greifen.
 
 
Vielen Dank noch an den Goldmann Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.


Meine Bewertung:
(3 1/2 von 5 Sterne)