Donnerstag, 2. November 2017

Rezension: Torsten Seifert - Wer ist B. Traven?

Fiktion gemischt mit Realität


(Quelle: Amazon)

gebunden
Verlag: Tropen
Seiten: 269
ISBN: 9783608503470
Preis: € 20,00


Zum Inhalt:
Wer ist B. Traven? Was zunächst mit einem Job beginnt wird für den Journalist Leon zur Lebensaufgabe. Um diese Frage zu beantworten, reist Leon an Filmkulissen, in das zerstörte Wien nach dem zweiten Weltkrieg und in das wilde Mexico, wo Leon mehr als einmal in arge Bedrängnis kommt. Aber er gibt nicht auf. Und auch der Fluch, der auf allen lastet, die nach B. Traven suchen, ignoriert er. Wie weit muss er gehen, um das Geheimnis aufzudecken? Und was würde er dafür opfern?

Meine Meinung:

Als ich mich für dieses Buch entschieden habe, hat sich für mich die Story unterhaltsam und spannend angehört. Ich habe nicht ansatzweise geahnt, dass dieses Buch auf einer wahren Geschichte beruht. Den Autor hinter dem Pseudonym "B. Traven" gab es wirklich! Und genau wie in diesem Buch gab es in der Vergangenheit bis heute die verrücktesten Thesen, wer hinter dem Pseudonym steckt. Nachdem ich das erfahren hatte, war ich kurz davor, mich im Internet über B. Traven ein wenig schlau zu machen, habe mich aber dann spontan um entschieden und doch erst mal das Buch gelesen. Eine wirklich gute Entscheidung! Wenn ihr beabsichtigt, das Buch ebenfalls zu lesen, kann ich euch nur raten, vorab nicht allzu viel im Internet zu recherchieren. Denn dort erfahrt ihr meiner Meinung nach einfach zu viel und dass kann euch eventuell das Lesevergnügen nehmen.

Wie bereits erwähnt, gab es den Autor "B. Traven" wirklich. Er hat einige Bücher, wie z.B. "Das Totenschiff" oder "Der Schatz der Sierra Madre" geschrieben, die ziemlich erfolgreich waren. Somit hat es Torsten Seifert mit seinem Roman geschafft, Geschichte mit Fiktion zu mischen. Meiner Meinung nach ist ihm dies auch sehr gut gelungen. Die Übergänge waren fließend, so dass man manchmal nicht mehr genau wusste: Fiktion oder Realität? Als Nicht-Kenner von B. Traven war es wahrscheinlich gerade deswegen ein Lesevergnügen. Ich wusste nicht was mich auf den nächsten Seiten erwartet.
Ebenfalls zum Lesevergnügen beigetragen, hat der gute Schreibstil des Autors. Er schafft es, Szenen so gut zu beschreiben, dass beim Leser automatisch das "Kopf-Kino" anspringt. Einmal ist man in Mexico bei einem Film-Dreh dabei, dann wiederum befindet man sich im Wien nach dem zweiten Weltkrieg. Wobei ich mir oft gewünscht habe, dass manche Abschnitte ein paar Seiten mehr zur Verfügung haben. Es gab ein paar Dinge, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte.
Es gab in dem Buch jedoch auch die eine oder anderen Szene, die für mich - als Frau - ein wenig zu viel waren und meiner Meinung nach vielleicht auch weniger brutal oder ordinär hätten gelöst werden können. Für mich hat das zu der ganzen Art des Romans einfach nicht gepasst. Vielleicht kann man es mit der Spezies "Mann" vergleichen: Die meisten Zeit ist er der perfekte Gentleman, aber ab und zu muss anscheinend auch mal der Macho raus. Ob es sich deswegen  aber gleich um einen Männerroman handelt? Das würde ich verneinen. Wie gesagt, es sind nur ein paar Szenen, die darunter fallen. Andere Leser sehen das vielleicht nicht so eng wie ich.
Auf jeden Fall kann ich jedem die Angst nehmen, dass er bei diesem Buch über komplizierte Satzkonstruktionen oder unbekannte Wörter stolpert, wie es ja oft bei etwas hochgestochener Literatur ist. Hier macht das Lesen wirklich Spaß, ohne das man bei jedem zweiten Satz den Duden zücken muss.
Oft wird das Buch auch als "Abenteuerroman" bezeichnet. Das würde ich so nicht ganz unterschreiben. Auf das letzte Drittel des Buches passt diese Bezeichnung wohl ganz gut, auf den Rest eher nicht. Dort lernt man viele Charaktere kennen (ohne durcheinanderzukommen, zum Glück), man erfährt etwas über die Vergangenheit von Leons Familie und natürlich so einiges über B. Traven und seine Bücher. Wirkliche Abenteuer sind da noch nicht dabei. Die kommen erst am Ende und dann vielleicht ein wenig zu geballt. Wie ich bereits weiter vorne gesagt habe, gibt es Abschnitte oder Szenen, denen meiner Meinung nach mehr Text gut getan hätte. Ich glaube, 100 oder 200 Seiten mehr hätten dem Buch nicht geschadet. Das hätte vielleicht auch den einen oder anderen plötzlichen Szenenwechsel vereinfacht.
 
Mein Fazit:
Im Großen und Ganzen kann ich das Buch nur empfehlen. Ein guter Roman von Torsten Seifert - ich hoffe auf mehr.

Meine Bewertung:
(3 1/2 von 5 Sterne)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (https://kristin84.blogspot.de/p/datenschutzerklarung.html) und in der Datenschutzerklärung von Google (https://policies.google.com/privacy?hl=de)