Sonntag, 25. März 2018

Rezension: Seif Arsalan - Aus Syrien geflüchtet

Informativ und lesenswert


(Quelle: Amazon)

Taschenbuch
Verlag: Verlag an der Ruhr
Seiten: 144
ISBN: 9783834638052
Preis: € 6,50
 
 
Zum Inhalt:
 
Seif Arsalans Leben in Syrien besteht vielleicht nicht nur aus glücklichen Momenten, trotzdem lebt er gerne im Kreise seiner Familie. Doch das Leben, das Seif Arsalan bis dahin kennt, endet jäh als er 14 Jahre alt ist und der arabische Frühling auch Syrien erreicht. Als es zu gefährlich für ihn und seine Mutter wird, fliehen die beiden über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. In diesem Buch erzählt Seif Arsalan über seine Kindheit in Syrien, die gefährliche und anstrengende Flucht nach Deutschland und die Tücken der deutschen Bürokratie.
 
 
Meine Meinung:
 
In diesem Buch kommt jemand zu Wort, der weiß wovon er spricht. Seif Arsalan. Wir, die hier geboren und aufgewachsen sind, können vielleicht nur erahnen, wie es einem jungen Menschen ergeht, der vor dem Krieg und den Verfolgern in Syrien fliehen muss. Der alles zurücklässt, sogar Teile seiner Familie, damit er in Deutschland frei und ohne Krieg leben kann.
Seif Arsalan hat in diesem Buch seine Geschichte niedergeschrieben, um uns an seinem Schicksal  teilhaben zu lassen und vielleicht auch, damit wir besser verstehen und uns vielleicht auch besser in die Menschen hineinversetzen können. Er erzählt zunächst von seinem Leben in Syrien, von seiner  Familie und über das nicht so gute Verhältnis mit seinem Vater. 2011 - zur Zeit des arabischen Frühlings - verändert sich Seifs Leben. Was zunächst mit einigen Umzügen innerhalb des Landes begann, endet mit der Flucht aus Syrien nach Deutschland. Seif Arsalan erzählt ohne Vorhaltungen oder Beschuldigungen seine Reise über die Türkei und Griechenland bis nach Deutschland. Er bleibt bei den Erzählungen sachlich ohne Kritik zu äußern, was ich wirklich gut finde. Man selbst als Leser kann sich seine Meinung bilden, ohne dass der Autor etwas vorgibt.
 
Natürlich erlebt Seif Arsalan auch Einiges, was er nicht versteht und was ihn wütend macht, insbesondere unsere Bürokratie in Deutschland. Was man aber auch irgendwie nachvollziehen kann. Jeder von uns war schon einmal von Gesetzen oder Vorschriften genervt oder hat sie nicht verstanden. Wie unverständlich muss dies für jemanden sein, der aus einem anderen Land kommt, versucht unsere Sprache zu lernen und sich einzubringen? Wie muss das sein, wenn man lernen will, aber immer wieder vertröstet wird und lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss? Für jemanden, der alles verloren hat uns sich ein neues Leben aufbauen will und auch engagiert ist, kann sowas wirklich frustrierend sein. Man merkt richtig wie wissbegierig der Autor ist und welche Opfer er bringt, damit er irgendwann seinen Traum vom Studieren erfüllen kann. Dabei bekommt er zum Glück auch viel Unterstützung von Menschen, die das Potenzial in ihm sehen.
 
Dieses Buch soll Leser ab 13 Jahren ansprechen. Ich finde, unsere Kinder und Jugendliche sollten dieses Buch wirklich lesen, um Vorurteilen und Beeinflussungen gerade im Social-Media-Bereich oder durch Familienmitgliedern einen Riegel vorzuschieben. Jedes Kind soll berechtigt sein, sich eine eigene Meinung zu dem Thema machen zu können und nicht von den Eltern oder Freunde vorgekaut zu bekommen, was sie zu denken haben. Deswegen erachte ich es als wirklich sinnvoll, dass Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene dieses Buch lesen.
 
 
Mein Fazit:
 
Mit diesem Buch kann sich jeder ein eigenes Bild machen, was es heißt, alles aufzugeben und in ein Land zu kommen, das man nicht kennt und dessen Sprache man nicht spricht. Ich denke, nach dem Lesen der Lektüren wird wohl einigen klar werden, wie gut es uns geht und was andere Menschen erleben müssen, damit sie frei und in Frieden leben können.  
 
Meine Bewertung:
(4 von 5 Sterne)
 
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