Sonntag, 27. Mai 2018

Rezension: Christine Féret-Fleury - Das Mädchen, das in der Metro las

Zu wenig Seiten


gebundene Ausgabe
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Seiten: 176
ISBN: 9783832198862
Preis: € 18,00
 
 
Zum Inhalt:
 
Auch in unserem digitalen Zeitalter gibt es sie noch: Die Menschen, die immer mal wieder gerne zu einem guten Buch greifen. Doch wer versteckt sich da hinter den Buchdeckeln? Was sind das für Menschen und wie sieht ihr Leben aus? Diese Fragen stellt sich Juliette immer wieder, wenn sie in der Metro Menschen beim Lesen beobachtet. Als sie eines Tages Soliman kennenlernt, erfährt sie, dass man nicht nur anhand eines Buches mehr über den Leser erfährt, sondern auch, dass man mit dem richtigen Buch dessen Leben beeinflussen kann. Juliette findet diese Idee einfach wunderbar und schließt sich Soliman und dessen "Buchkurieren" an...
 
 
Meine Meinung:
 
Die Story hat mich direkt angesprochen: Eine junge Frau, die gerne liest und der Gedanke, dass Bücher Einfluss auf das Leben von Menschen haben können. Ich mag einfach Bücher, in den es um Bücher geht.
 
Gleich zu Beginn des Buches sind wir auch schon direkt in der Story drin, denn man sitzt zusammen mit Juliette, der Hauptprotagonistin, in der Metro und beobachtet Menschen beim Lesen. Für mich schon mal ein sehr guter Einstieg, da ich, wenn ich Menschen irgendwo mit einem Buch sehen, z.B. immer wissen will, was sie lesen. Da bin ich schon ein wenig neugierig. Aufgrund dieses Bucheinstiegs hatte ich gleich zu Beginn einen guten Draht zu Juliette, der es wohl so ähnlich geht, wobei sie dabei auch noch die Menschen beobachtet und sich so ihre Gedanken macht.
Leider verlor sich im Laufe des Buches die Begeisterung für Juliette ein wenig, da sie für mich als Charakter irgendwie nicht klar definitiv war. Es ist schwierig zu beschreiben, aber man konnte eigentlich nicht wirklich sagen, was für ein Mensch sie ist. Ich glaube, sie lässt sich zu viel von anderen beeinflussen und setzt sich nicht wirklich durch. Teilweise hat man auch den Verdacht, dass sie nicht wirklich weiß, was sie will und wo die Reise hingehen soll. Zum Ende hin, fängt sich Juliette sehr überraschend, was für mich ein wenig zu schnell und teilweise auch ohne wirkliche Begründung erfolgt. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Juliette überwiegend ein nicht wirklich greifbarer Charakter war.
 
Da ich am Anfang des Buches von der Geschichte ja mehr als angetan war, konnte ich das Buch natürlich nach den ersten paar Seiten nicht einfach zur Seite legen, sondern wollte einfach weiterlesen. Leider muss ich dann aber so nach einer gewissen Zeit feststellen, dass die Stimmung des Buches sich verändert hat. Irgendwie haben gewissen Dinge und teilweise auch Protagonisten die Stimmung nach unten gezogen, teilweise schon ein wenig deprimierend. Diese Stimmung hat dann bis kurz vor Ende des Buches angehalten, was mir leider ein wenig den Lesespaß genommen hat.
Ich frage mich, was die Autorin dazu bewegt hat, die Geschichte so zu erzählen. Natürlich gibt es nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen in dem Buch, so das es immer Situationen in der Story gibt, bei denen eine gute Stimmung fehl am Platz ist. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass, wenn die Autorin vielleicht die Grundstimmung im Laufe des Buches nicht ganz so düster gehalten hätte, das Buch auch funktioniert hätte.
 
Außerdem hätten meiner Meinung nach diesem Buch definitiv ein paar mehr Seiten gut getan. Viele Situationen wurden nur kurz angeschnitten, Informationen wurden nicht an den Leser weitgegeben und manche Gedankengänge von Juliette haben sich mir nicht ganz erschlossen. Ich glaube, wenn das Buch doppelt so dick gewesen wäre, hätte die Geschichte mehr Tiefgang bekommen und hätte mich als Leser wahrscheinlich auch mehr berührt.
 
 
Mein Fazit:
 
Eine gute Idee, die für mich bei der Umsetzung aber zu wenig Tiefgang hat. Die Autorin hätte sich mehr in die Geschichte "einarbeiten" müssen, damit ich als Leser mehr Lesevergnügen habe.
 
 
Noch vielen Dank an den DuMont-Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

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