Sonntag, 6. Mai 2018

Rezension: Karen Cleveland - Wahrheit gegen Wahrheit

Leider nicht überzeugend

(Quelle: Randomhouse)

broschiert
Verlag: btb Verlag
Seiten: 352
ISBN: 978-3442716746
Preis: € 12,00
 
 
Zum Inhalt:
 
Vivian Miller, verheiratet und vier Kinder, arbeitet für die CIA als Spionageabwehr-Analystin. Nach einem langen, steinigen Weg ist es ihr endlich gelungen, sich in den Computer eines russischen Agentenbetreuers zu hacken. Doch was sie dort findet, ist für sie ein Schock. Und plötzlich ist nicht mehr wie vorher. Woran soll sie noch glauben? Wer ist Freund und wer ist Feind? Und was hat ihr Ehemann Matt damit zu tun?
 

Meine Meinung:
 
Man merkt, dass Karen Cleveland selbst mal als Analystin für die CIA tätig war. Der Arbeitsalltag des Hauptcharakters Vivian Miller wird wirklich gut beschrieben, man erfährt einiges über die Tätigkeit als Spionageabwehr-Analystin. Dies alles und auch das ganze Drumherum, wie z.B. nach russischen Spionen gesucht wird, gibt dem Roman schon mal einen ziemlich guten Rahmen, in dem nur noch die Charaktere und die Handlung mit eingebunden werden müssen. Doch hier fangen leider die Kritikpunkte an.
 
Kommen wir gleich zum für mich größten "Problem" in diesem Buch: den Hauptcharakter selbst. Ich habe nichts dagegen, wenn auch mal eine Frau die Bösewichte zur Strecke bringt. Es müssen nicht immer muskelbepackte Männer a là Jean-Claude Van Damme sein. Gerade in unserer heutigen Zeit ist es auch mal schön, wenn der Held eine Heldin ist. Nur leider passt der Charakter Vivian Miller nicht wirklich in diese Rolle. Hierfür braucht es meiner Meinung nach eine taffe, selbstbewusste Frau, die alles dafür tut, um ihre Familie zu beschützen. So hätte die Autorin Vivian auch gleich zum Beginn des Buches darstellen müssen, und nicht erst im Verlauf der zweiten Hälfte des Buches. Wir lernen zu Beginn eine Vivian kennen, deren größtes Problem ist, wie sie ihre Kinder und ihren Job unter einen Hut bekommt. Sie versucht meiner Meinung nach eine Art Übermutter zu sein, und verzweifelt daran, dass sie ihre Kinder aufgrund ihrer Arbeit nicht den ganzen Tag sieht. Und ein halbes Buch weiter ist sie schon bereit, ein weiblicher Superagent zu sein, der sich mit den Russen anlegen. Eher unwahrscheinlich, wenn ihr mich fragt. Außerdem ist Vivian für mich einfach nicht misstrauisch genug, was ihren Ehemann Matt angeht. Immer wieder schafft er es, Vivian um den Finger zu wickeln, wo ich als Frau einfach nur den Kopf schütteln kann. In meiner Vorstellung sind CIA-Mitarbeiter einfach taffe Menschen, die sich nicht so schnell aus der Bahn werfen lassen. Bei Vivian ist das eben anders. Und gerade weil sie so wankelmütig und in meinen Augen manipulierbar ist, kann man ihr die weitere Entwicklung im Laufe des Buches einfach nicht abnehmen. Natürlich machen Charaktere im Laufe eines Romans immer wieder Wandlungen durch und verändert sich. Aber nicht so. Niemand wird von der Büro-Tante und Mutter zu James Bond. Das will uns die Autorin aber in diesem Buch weiß machen, und dass ist für mich einfach unrealistisch.

Vielleicht wäre es in diesem Buch wirklich besser gewesen, wenn man einfach die Rollen getauscht hätte, d.h. dass der Hauptcharakter männlich ist. Das hätte meiner Meinung nach auch besser zu der Handlung gepasst. Denn die Handlung selbst bzw. das, was in dem Buch passiert, fand ich jetzt gar nicht mal so schlecht, wobei es da auch noch Verbesserungen gibt. Für mich gab es z.B. einfach zu viele Stellen, die ich eher unrealistisch und unglaubwürdig fand, was aber - wie oben beschrieben - zum größten Teil an Vivian selbst lag. Außerdem hatte das Buch teilweise doch seine Längen, besonders im ersten Teil. Im zweiten Teil des Buches nimmt die Geschichte dann an Fahrt auf, was den doch ein wenig eintönigen ersten Teil ein bisschen wett macht.
 
Das Ende war in Ordnung, nur der Epilog hat mich ein wenig gestört. Was will die Autorin uns damit sagen? Geht die Geschichte weiter? Für mich waren die letzten paar Seiten wirklich unnötig, weil ein für mich eigentlich abgeschlossenes Buch wieder neue Fragen aufwirft.
 
 
Mein Fazit:
 
Die Idee für dieses Buch und auch Teile der Umsetzung sind nicht schlecht. Aber trotz der heutigen Emanzipation hätte ich mir für diesen Roman lieber einen männlichen Hauptcharakter gewünscht. Das wäre glaubhafter gewesen.
 
 
Vielen Dank an den btb Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

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